Herrenhaus und Park in Orunia - Geschichte, Kunst und Erbe von Danzig
Die Geschichte des Herrenhauses im Danziger Stadtteil Orunia reicht bis in das späte 16. Jahrhundert zurück, als es auf dem Plan von Berndt Friedrich aus dem Jahr 1599 erschien. Im 17. Jahrhundert ging das Anwesen in den Besitz des Bürgermeisters Bartłomiej Schachman über, der hier eine Sommerresidenz einrichtete. Der umgebende Garten begeisterte mit seiner Vielfalt an Pflanzen, Wasserfällen, Blumenbeeten und Pflanzenlabyrinthen, und das Herrenhaus selbst diente als Ort für prächtige Feste und Konzerte. Nachfolgende Besitzer waren die Danziger Bürgermeister Johann Zierenberg und Albrecht Groddeck. 1698 besuchte der polnische König August II. der Starke die Residenz, und 1734 quartierte sich der russische Marschall Burkhard von Münnich während der Belagerung Danzigs hier ein. Wahrscheinlich wurde damals der Kapitulationsakt der Stadt unterzeichnet.
Ende des 18. Jahrhunderts übernahm der Bürgermeister Johann Gottfried Reyger das Anwesen, dessen Verwandter, der Botaniker Gotfryd Reyger, auf dem Anwesen einen botanischen Garten mit exotischen Pflanzen wie Ananas und Zitrusfrüchten anlegte. Das Jahr 1813 markierte das Ende seiner Pracht – das Herrenhaus wurde während der französisch-russischen Kriege zerstört, und weitere Schäden verursachte ein Hurrikan im Jahr 1818.
1816 baute der Danziger Kaufmann Friedrich August Hoene das Herrenhaus wieder auf und verlieh ihm ein klassisches Aussehen, das bis heute erhalten geblieben ist. Das zweigeschossige Gebäude mit einem Walmdach wurde mit einem von toskanischen Säulen getragenen Portal geschmückt, und vor dem Gebäude wurde ein runder Auffahrt angelegt. Im Inneren sind Holztreppen und Kamine aus dem 19. Jahrhundert erhalten geblieben. 1917 schenkte die letzte Besitzerin, Emilia Hoene, das Herrenhaus der Stadt. Der Herrenhauskomplex in Orunia, zu dem das Herrenhaus, Wirtschaftsgebäude, ein Eishaus und der Park Oruń gehören, ist bis heute ein wichtiges historisches und kulturelles Erbe Danzigs. Der Park ist für Einwohner und Touristen zugänglich und seine Räume werden für Konzerte und Feste genutzt.
