Die Große Waffenkammer in Danzig – Ein Monumentales Zeugnis von Macht und Kunstfertigkeit

denkmaler

Die zwischen 1600 und 1605 errichtete Große Waffenkammer in Danzig, entlang der westlichen mittelalterlichen Stadtmauer der Rechtstadt gelegen, gilt als eines der herausragendsten Beispiele des niederländischen Manierismus und als eines der größten Arsenalgebäude dieser Art in Europa. Das beeindruckende Gebäude, entworfen vom Stadtarchitekten Anton van Obbergen und Hans Vredeman de Vries, sollte die Macht Danzigs demonstrieren, während die skulpturalen Verzierungen von Willem van der Meer dem Jüngeren und Abraham van den Blocke ihm besonderen Prestige verliehen. Die Fassade aus rotem Backstein mit hellem Sandstein und goldenen Verzierungen ist mit Darstellungen explodierender Granaten und Figuren von Rittern geschmückt – Symbole für die Verteidigungsbereitschaft der Stadt. Oktogonale Türme mit Helmen, die mit Wendeltreppen abschließen, eine Statue der Minerva – der römischen Göttin der Weisheit – und zwei monumentale Eingangsportale mit Wappenkartuschen, die von Löwen getragen werden, bilden eine beeindruckende Fassade. Neben den Portalen befinden sich Mörser aus dem 19. Jahrhundert vom Hagelsberg, die an die historische Rolle des Gebäudes erinnern. Das Innere der Waffenkammer, mit einer Fläche von fast 2000 m² und gestützt von 15 Granitsäulen, diente einst als Waffen- und Munitionslager. Waffen wurden auf beweglichen Mannequins präsentiert, was viele Besucher anzog. Im März 1919 wurde im Erdgeschoss ein Restaurant, die „Zeughaus-Automat“ GmbH, mit Automaten für fertige Mahlzeiten eröffnet. Nach der Übernahme durch die Stadtbehörden wurde hier 1923 eine Einkaufspassage namens Zeughauspassage eröffnet, mit Rosenthal-Porzellansalons, Bernsteinläden, einer Buchhandlung, einer Parfümerie und einem Briefmarkengeschäft. 1939 war die Passage ein wichtiges Handelszentrum mit elf Geschäften. Die Große Waffenkammer wurde mehrfach renoviert, besonders in den Jahren 1699, 1768, 1887 und 1911. Nach den Kriegsschäden im Jahr 1945, als das Innere fast vollständig ausgebrannt und die Türme sowie Giebel zerstört wurden, wurde das Gebäude sorgfältig wiederaufgebaut. Seit 1954 beherbergt es die Kunstakademie, und die restaurierten Innenräume dienen nun Bildungs- und Kunstzwecken und symbolisieren nicht nur die militärische Vergangenheit der Stadt, sondern auch ihr reiches kulturelles Erbe.

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